Einige Informationen zum mobilen Pochwerk, dass uns freundlicherweise vom Kupferbergwerk Fischbach / Nahe fürs 9. Köhlerfest zur Verfügung gestellt wird.
 

Zur Verhüttung gehörten im Mittelalter drei wichtige Kriterien:

die Wasserkraft,

der Holzreichtum

und das Erz.

All diese Voraussetzungen waren in der Umgebung von Fischbach gewährleistet.

Das Erz wurde im Hosenbachtal gewonnen, Holz war in den sponheimischen Waldungen des Hunsrücks vorhanden, insbesondere im Amt Allenbach, und auch an Wasserkraft mangelte es nicht. So wundert es nicht, dass die ersten urkundlichen Erwähnungen von Schmelzhütten aus Allenbach auf eine Kupferverhüttung bereits um 1400 bzw. 1450 hindeuten und dass diese Schmelzhütten auch die Erze aus Fischbach verarbeiteten. In Fischbach selbst wurde bis zum Jahr 1738 geschmolzen, danach das Fischbacher Erz in Allenbach verhüttet. Vor dem eigentlichen Schmelzprozess musste das aus dem Bergwerk geförderte Roherz jedoch noch einer Behandlung unterzogen werden.

Die in Fischbach geförderten Erze waren zum Teil innig mit dem vulkanischen Nebengesteinverwachsen. Um das Erz vom tauben Gestein zu trennen, musste man es aufbereiten. Die klassische Aufbereitung umfasst (bis heute) folgende

Schritte:

 

1. Zerkleinerung möglichst bis auf die Korngröße der mineralischen Bestandteile, die man trennen will.

 

2. Trennung der Minerale unter Ausnutzung ihrer physiko-chemischen Eigenschaften, wie zum Beispiel das spezifische Gewicht (Schweretrennung).

 

3. Wiederholung von Schritt 2, bis der gewünschte bzw. erzielbare Gehalt erreicht ist.

 

Man produziert also ein Konzentrat, welches den Wertstoff enthält und einen möglichst wertstofffreien Rückstand, den Abraum.

 

Die einfachste Art der Aufbereitung erfolgte manuell, man nennt sie auch Handscheidung. Dabei wurden die Erzbrocken je nach Bedarf zunächst mit dem Hammer zerkleinert, um die Komponenten zu trennen. Dann wurde das Material nach Augenschein in Erz und taubes Gestein eingeteilt. Diese Methode war natürlich recht langsam. Zur Beschleunigung der Arbeit wurden spezielle Aufbereitungsmaschinen konstruiert, welche dem Menschen die Mühe erleichtern sollten. Pochwerke übernahmen die Zerkleinerung und in Erzwäschen wurde das Erz vom Nebengestein abgetrennt.

 

Pochwerke sind Zerkleinerungsmaschinen, die bereits der berühmte Arzt und Naturforscher Georgius Agricola in seinem 1556 erschienenen Werk "De re metallica XII libri - Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen" beschrieben hat. Sie wurden 1524 von dem Bergprobierer Peter Philipp aus dem Harz erfunden. Ein Pochwerk wurde meist durch ein Wasserrad angetrieben. Dessen hölzerne Welle mit eingelassenen Zapfen hob bei ihrer Drehung senkrecht gelagerte Balken, die so genannten Pochstempel, kurz an und ließ sie dann auf das zu zerkleinernde Material fallen. Die Pochstempel besaßen an ihrem Ende eiserne "Pochschuhe", welche für eine effektive Zerkleinerung sorgten.

 

Es wurde trocken und nass gepocht. Nasspochwerke dienten zugleich der

Erzwäsche: Das gepochte Gut wurde aus dem Pochtrog gespült und in einem Gerinne neben dem Pochwerk mittels fließendem Wasser in Erz und taubes Gestein getrennt. Die leichteren (erzfreien) Bestandteile wurden vom Wasser weggeschwemmt, das schwerere erzhaltige Material setzte sich ab und wurde gesammelt. Mittels der so genannten Wascharbeit in Waschtrögen oder Waschherden wurde dann durch ständiges  Sortieren unter fließendem Wasser die  Klassierung bis zum kupferreichen  Schlick durchgeführt. Dieser wurde getrocknet und den Schmelzhütten zugeleitet.

 

Schmelzen

 

Das Schmelzen erfolgte in Schmelzöfen in den Kupferhütten. Vom Prinzip her wurde in den Öfen das Erz, in dem das Kupfer in chemisch gebundener

(oxidierter) Form vorliegt,  mit Holzkohle reduziert. In der Praxis war dieser Prozess mehrstufig und erforderte genaue Kenntnisse und Erfahrung.

Caesar beschreibt 1801 diesen Vorgang: "Das Erz kommt sodann in Öfen, deren Feuer wie bei den Eisenschmelzöfen durch Gebläse unterhalten wird. Hier wird es geschmolzen. Nach dem Erkalten wird der nunmehrige  Kupferstein in einen Röstofen gebracht, durch Holzfeuer von neuem erhitzt, durch die Hitze aber auch von den spröde machenden Teilen, wie Schwefel, Arsenik, durch Abrauchen gereinigt. Aus diesem Rostfeuer kommt er in ein drittes Feuer, aus welchem er dann unter der Benennung  ,Schwarzkupfer' auf dem  Garherd in das 4. Feuer kommt und hier seine letzte Reinigung erhält."

 

Das schwefelhaltige (sulfidische) Fischbacher Kupfererz wurde vor dem eigentlichen Schmelzvorgang zunächst in Röstöfen oder Röststadeln im Holzfeuer erhitzt, so dass der Schwefel in Form von Schwefeldioxid entwich.

Das Kupfererz wurde auf diese Weise in eine für den Verhüttungsprozess günstigere oxidische Form überführt.

 

Nicolai Bollenbach, Betriebsleiter

Hist. Kupferbergwerk Fischbach

Hosenbachstraße

55743 Fischbach

06784-2304

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